Pressearchiv 2012

Erschienen:
30.11.2012: HA / 280 / Seite:7

RECKLINGHAUSEN. Der Vorstand des Vestischen Künstlerbundes ist wieder komplett. Auf der Jahreshauptversammlung wählten die Mitglieder Heidi Meier zur zweiten Vorsitzenden, die jetzt an der Seite der Vorsitzenden Gudrun Kattke und des Geschäftsführers Prof. Ferdinand Ullrich die Geschicke des Vereins lenken wird. Die Position war ein Jahr lang unbesetzt, nachdem Jochem Ahmann den stellvertretenden Vorsitz aus persönlichen Gründen niedergelegt hatte. Im Beirat sitzen Martin Grothuesmann, James Larsen, Karel Studnar, Katrin Wegemann und Peter Witucki.

Erschienen:
08.11.2012: RZ / 261 / Seite:11

Größe zeigt sich

im kleinen Format

Kultur regional

Von Bernd Aulich

WESTERHOLT. Der Vestische Künstlerbund versteht sich auf Wortspiele. „klein mit Format“ heißt seine neue Ausstellung.

Den Hinweis auf das anspruchsvolle Kleinformat haben die Künstler aus dem Vest auf ihrer Einladungskarte spitzfindig kleingeschrieben und das Format separat hervorgehoben. Tatsächlich gilt in der Kunst das Kleinformat als Probe aufs Exempel. Hier erweist sich die Substanz einer künstlerischen Handschrift.

In einem Ladenlokal am Rande des Alten Dorfes von Westerholt lauter Kleinformate zu versammeln, hat für Gastgeber Helmut Heinze allerdings einen noch triftigeren Grund. In seinem Außen-Atelier wollte er so viele Positionen wie möglich präsentieren. Außerhalb des Kutscherhauses in Recklinghausen hat der Künstlerbund schon lange nicht mehr ausgestellt. So nahm er Heinzes Einladung nach Westerholt dankbar an. Und der Gastgeber gibt viel darauf, sich mit Künstlerkollegen auszutauschen. Der ehemalige Spielwarenladen mit seiner großen Schaufensterfront wirkt wie geschaffen für eine Galerie.

Einige der 17 Künstlerbund und der vier hinzu geladenen Gäste haben dafür eigens neue Arbeiten geschaffen. Format beweisen vor allem Künstlerbund Emmy Rindtorff mit dichten, collagierten Übermalungen fotografischer Vorlagen und Beate Hagemann mit poetisch aufgeladenen Mini-Collagen. Auch Verena Kuhlmanns floral inspirierte Malerei und Marion Wallas gehäkelte Drahtobjekte stechen hervor. Danuta Karsten zeigt mit Streifen unter Glas, wie sich banales Material veredeln lässt. Die Künstlerbund Gudrun Kattke liebt es skurril. Ihr geständertes Hexenhaus aus Strandgut ist eine Augenweide. Gegen so viel Frauenmacht behaupten sich Patrick Fritz mit seinen Polaroids und Gastgeber Heinze mit PC-Zeichnungen, die wie Holzschnitte anmuten.

 

Eröffnet wird die Ausstellung im Westerholter Atelier Schau-Fenster, Schlossstraße 32, am Samstag,
16 Uhr. Zu sehen ist sie bis zum 23. Dezember donnerstags von 11 bis 13 Uhr, freitags von 17 bis 19 Uhr, samstags von 11 bis 13 Uhr und von 15 bis 18 Uhr sowie sonntags von 11 bis 14 Uhr. Am 1. Advent sind Besucher ab 11 Uhr zum Künstlercafé willkommen.

 

 
Erschienen:
25.10.2012: RZ / 250 / Seite:10

Von Bernd Aulich

RECKLINGHAUSEN.Sie sind verspielt. Sie zeigen Witz. Und sie beweisen Tiefgang. Die 40 Beiträge zur Jahresschau des Vestischen Künstlerbundes zeichnen sich durch beachtliches künstlerisches Niveau aus.

Eine anregende Ausstellung zum Thema „Ereignis - Kunst des Geschehens“ ist dem Bund im Recklinghäuser Kutscherhaus geglückt. Eine Schau, die zum Innehalten einlädt. Obwohl die Beiträge der 16 Mitglieder und der zehn hinzu geladenen Gäste doch den Prozess der Zeit beleuchten. Bissig schärft Toni Deitmar den Blick für den Zahn der Zeit: In einem bald verfaulten Apfel (Foto M.: Nowaczyk) bleckt ein Zahnprovisorium. Dass jedem Anfang nicht nur ein Zauber, sondern auch ein Ende innewohnt, zeigt Ilse Hilpert mit bewegten skurrilen Käfern aus Schuhspannern.

Einen sinnlichen, optimistischen Blick auf das Wachstum der Natur wirft Heidi Meier in ihrer Installation „Gras ist grün“. In vier Pflanzquadraten wächst Gras mit je drei tagen Abstand. Und ein Video zeigt, welche Bedeutung die Gras-Symbolik für das iranische Neujahrsfest hat. Als Künstler ist hier Kunsthallen-Direktor Ferdinand Ullrich zu entdecken. Sein Video zeigt eine Schlafende in der Metro von Tokyo. Für sie scheint bei aller äußeren Bewegung die Zeit still zu stehen. Sehr poetisch lässt Karel Studnar in einem Video Worte eines tschechischen Dichters auf Folie im Winde flattern. Ein Video von Gerhard Reinert zeigt zu Beethovens „Neunter“ eigene Schritte im Zeitraffer. Und Danuta Karsten lässt in ihrer Stele „Das Heilige“ Wasserglas fließen. Das Beinahe-Unglück an der Arcaden-Baustelle inspirierte Helmut Heinze zu einem Recklinghäuser Baggerspiel. Und wer nicht die nächste Sternschnuppe abwarten will, um sich etwas zu wünschen, greift am besten zu Helen Acosta Iglesias' Sternschnuppen-Wunsch-Kit. Damit lässt sich ein echter Meteorit samt Goldsand durch die Luft jagen.

Zur Eröffnung kündigt Gudrun Kattke eine Begrüßung als Performance, Katrin Wegemann eine Ballon-Aktion und Edgar Eubel ein Sprüh-Happening an. Malerei und Skulptur wird man in dieser Ausstellung vergeblich suchen.

 

Eröffnet wird die Ausstellung im Kutscherhaus Recklinghausen, Willy-Brandt-Park 5, am Samstag um 18 Uhr. Zu sehen ist sie bis 25. November donnerstags und freitags, 15 bis 18 Uhr, an Wochenenden von 13 bis 17 Uhr.

 
 
 

 

 
Erschienen:
08.08.2013: RZ / 183 / Seite:4

WALTROP/RE.(nivo) Ein grauer Röhrenfernseher steht auf einem Tisch. Auf dem Bildschirm sieht man das Gesicht einer Frau, sie betrachtet sich kritisch, beginnt sich zu schminken. „Frau hinter dem Spiegel“ heißt das Werk von Judith Dirks, zu sehen in der Ausstellung „bewegt“ im Kulturforum Kapelle Waltrop.

19 statt der angekündigten 18 Künstler des Vestischen Künstlerbundes – kurzfristig entschloss sich Paul Hülsmann, auch noch teilzunehmen – präsentieren bis zum 1. September ihre Werke. „Wir sind stolz, dass unser Kulturforum einer solchen Ausstellung den würdigen Rahmen gibt“, sagte Wilhelm Gockeln, zweiter Vorsitzender des Vereins „Pro Kapelle“. Auch die Vorsitzende des Künstlerbundes, Gudrun Kattke, ist zufrieden: „Wir sind froh, dass wir hier sein dürfen“, erklärte sie zur Vernissage.

Besonders erfreulich für den Waltroper Verein waren die vielen neuen Gesichter unter den gut 60 Gästen bei der Eröffnung. „Einige Gäste habe ich hier noch nie gesehen. Ich hoffe, dass diese Ausstellung sie dauerhaft für unser Kulturforum gewinnen kann“, sagte Gockeln. Denn die Exposition ist der Anfang einer Reihe von Ausstellungen im Kulturforum im Herbst. Anfang Oktober kommen Bilder unter dem Motto „Silberweiß und farbenfroh“, gemalt von Senioren im Ruhratelier der Lebenshilfe, ins Forum. Danach gibt es zwei weitere Ausstellungen. „Ganz besonders ist die Kunstaktion ‚abgehängt – aufgehängt‘“ , sagte Wilhelm Gockeln. Hier können Besucher ein Bild, das ihnen besonders gut gefällt, mit nach Hause nehmen, wenn sie selbst auch ein Kunstwerk dalassen.

 


 
Erschienen:
15.07.2013: RZ / 162 / Seite:3

Recklinghausen. (alp) Im Spätsommer wird so mancher Bürger die vermeintlich unscheinbaren Plätze in der Stadt mit anderen Augen sehen. Dann nämlich werden Künstler aus der Region die – häufig unterschätzten – Plätze mit ihren Arbeiten in ein neues Licht rücken. „verortet“ heißt die temporäre Kunstaktion, mit der der „Vestische Künstlerbund“ einen Spot auf Recklinghäuser Nebenschauplätze wirft.

In Kooperation mit der Stadt und finanziert durch die Stiftung „Ruhr.2010“ lenkt der Künstlerbund das Augenmerk auf sechs Plätze rund um die Innenstadt, die mit Kunst bespielt werden.

Im Einzelnen sind das der Wickingplatz, der alte Friedhof am Lohtor, der Vorplatz des Polizeipräsidiums, der Bismarckplatz, der Paulus-Kirchplatz und der Erlbruchpark hinter dem Rathaus.

Künstler aus dem gesamten Ruhrgebiet waren aufgerufen, Arbeiten für diese Plätze zu entwerfen.

Dabei sollten sie historische, städtebauliche oder kommunikative Aspekte des jeweiligen Platzes in ihren Kunstwerken verarbeiten. Die Ausschreibung endete jetzt. Eine Jury aus Kunsthistorikern, Architekten und Mitgliedern des Vestischen Künstlerbundes wählte dann die sechs Künstler aus, die ihre Entwürfe in der Stadt realisieren werden. Insgesamt wurden 38 Projektvorschläge zum Wettbewerb eingereicht. Vom 22. September bis zum 20. Oktober werden die ausgewählten Künstler (siehe „Info“) die Plätze bespielen. Begleitend zur Kunst im öffentlichen Raum stellt eine Ausstellung im Foyer der Kunsthalle die eingereichten Entwürfe vor. Und es wird Führungen zu den Ausstellungsorten geben.

Ob aus der temporären Kunst an der einen oder anderen Stelle möglicherweise auch eine dauerhafte künstlerische Platzgestaltung hervorgehen könnte, ist völlig offen, wird aber von der Kulturpolitik nicht von vornherein ausgeschlossen…

 

 
Erschienen:
15.06.2012: RZ / 138 / Seite:7

RECKLINGHAUSEN. (alp) Pfiffige Idee: Es gibt „Vincent-Öhrchen“, „Pollock-Rolle“ und „Rodin-Kuchen“ – der Vestische Künstlerbund eröffnet zum Sommerfest der „Brücke“ ein temporäres Kunst-Café im Kutscherhaus.

Zur Inszenierung und Einrichtung des Cafés haben sich die Künstler Objekte von beachtlichem Schauwert einfallen lassen. Da gibt es Skurriles und Verspieltes wie die Kaffeetafel auf echtem Rasen (Karel Studnar/Heidi Meier), die Wandmalerei, die sich zur Tischdecke auswächst, eine Bierzelt-Garnitur, auf der die Farben explodieren (Gudrun Kattke), oder auch ein Obst-Stillleben als Bild an der Wand und real davor auf dem Tisch drapiert (Emy Rindtorff). Aber es gibt auch Objekte mit Widerhaken: Etwa das satirisch gestaltete Motiv-Geschirr von „Saridi“ (unter anderem mit dem Konterfei von Vladimir Putin), eine Kaffeetafel aus einem Scherbenhaufen, einen hübsch mit schneidener Glaswolle dekorierten Stuhl und einen anderen, dessen Sitzfläche aus Tausenden spitzen Zahnstochern besteht... Aber man soll nicht nur kommen und staunen, sondern auch Kaffee und Kuchen (2 Euro) in der Kunst genießen. „Wir hoffen, dass wir damit auch Leute erreichen, die sonst noch nie den Weg zu uns gefunden haben“, sagt die Vorsitzende des Künstlerbundes, Gudrun Kattke. Einen Probelauf für ein mögliches späteres Künstlerhaus sieht der Bund im Kunst-Café allerdings nicht. „Einen dauerhaften Café-Betrieb könnten wir nicht leisten. Es könnte lediglich eine temporäre Aktion sein, mit der wir das Haus bespielen.“ Das Café ist heute von 11 bis 16 Uhr und am Sonntag von 13 bis 17 Uhr geöffnet.

 

 
Erschienen:
28.02.2013: RZ / 50 / Seite:11

Die Neuen sind da!

KUNST REGIONAL

Von Bernd Aulich

RECKLINGHAUSEN. Das Verfahren ähnelt der Aufnahme von Studenten durch eine Kunstakademie. Ohne Mappe läuft auch beim Vestischen Künstlerbund nichts.

Wer Mitglied werden will, muss durch ein Konvolut von Arbeiten eine eigene Handschrift und ein gewisses Maß an künstlerischer Qualität und Originalität nachweisen. Damit sind die Parallelen zum akademischen Kunstbetrieb freilich schon erschöpft. Als akademisch versteht sich die gut 50 Mitglieder zählende Vereinigung von Künstlern aus dem Vest und umliegenden Städten nämlich keineswegs.

Neun sind in den beiden letzten Jahren neu hinzugestoßen. Die Frauenquote ist bei ihnen übererfüllt. Sechs der Neuen sind Frauen. Unter dem Titel „+ neu(n)“ stellen die neun Neulinge nun im Kutscherhaus Recklinghausen aus. Wer hier einiges aus der großen Ausstellung „Kunst in Recklinghausen“ 2011 in der Fährmannschule oder der kleinen Schau „klein mit Format“ in Westerholt wiederzuerkennen glaubt, liegt nicht falsch. Marion Wallas zauberhafte gehäkelte Drahtobjekte und Ilse Hilperts wundersam skurrile, an Käfer erinnernde Bodenskulpturen zählten schon in der Fährmannschule zu den herausragenden Entdeckungen. „Dauerläufer“ heißt Ilse Hilperts neue Installation aus kaum verrottenden Plastikfläschchen und Kabelbindern – eine poetisch gebrochene Kritik am überbordenden Plastikmüll. Auch Helmut Heinzes Frottage-Variationen mit Abrieb weißer Farbe auf Schmirgelpapier, Emmy Rindtorffs nach Fotos in Serien entstandene Übermalungen an der Schwelle zur Auflösung figurativer Elemente und die floralen Farbformationen Verena Kuhlmannns überzeugen. Heiner Szamidas Spanplatten-Objekte, Andrea von Bardelebens abstrahierte „Floating Forms“, die schräge Malerei des Sprayers Herr Orm alias Markus Becker und Judith Dirks Film-Stills unbekannter Schauspielerinnen ergänzen das Füllhorn vestischer Kreativität.

 

Eröffnet wird die Schau im Kutscherhaus RE am Freitag, 19 Uhr. Zu sehen bis 31. März do. und fr. von 15 bis 18, an Wochenenden von 13 bis 17 Uhr.

 

 
Erschienen:
10.02.2012: RZ / 35 / Seite:10

Von Bernd Aulich
RECKLINGHAUSEN. „Hülsmann will Maler werden“, vermerkt sein Abiturzeugnis. Tatsächlich hat der Recklinghäuser Künstler Paul Hülsmann ein Leben lang auch gemalt. Aber seine Vorliebe gilt dem Holzschnitt.

Der Widerstand des Materials, das Widerborstige des Holzstocks reizt den bald 88-Jährigen bis heute. Der Vestische Künstlerbund widmet ihm im Kutscherhaus in Recklinghausen ausnahmsweise eine Einzelausstellung. Sie umfasst mit 44 Arbeiten fünf Jahrzehnte. Und sie zeigt nicht nur, wie beharrlich und unbeirrt von modischen Tendenzen dieser Künstler dem geistigen Zentrum seines Schaffens treu geblieben ist. Es ist die Struktur, mit der sich Paul Hülsmann bis heute auseinandersetzt. Nicht die reduzierte, strenge Struktur der Konstruktivisten, sondern ein poetisches, oft zeichenhaftes, freies Liniengeflecht. Kein Reißbrett-Gefüge, sondern eine Bildfindung, die ihr Vorbild in Natur und Architektur hat.

Besonders spannend wirkt freilich, wie dieser Grafiker das Malerische und sogar skulpturale Aspekte streift. Sein Holzschnitt „Torso“ zum Beispiel gibt als Handabzug feinste Strukturen der Maserung malerisch wieder. In der Betonung des Materials erscheint das Schaffen des Altmeisters höchst modern. Zugleich gewinnt die Torso-Figur etwas Körperliches. Hülsmann ist ein Grafiker, der insgeheim wie ein Bildhauer denkt.

Die Struktur eines Gerüstes dominiert schon in den frühen kleinformatigen Hinterhof-Gemälden mit extrem gedeckten, fast düsteren Farben. Hülsmann malte sie 1952 am Ende seines Studiums bei Arnold Bode an der Kunstakademie Kassel auf einer Exkursion nach Paris und Burgund. Die Holzschnitte der Anfänge mit italienischen Motiven knüpfen dagegen an jene nüchterne Neue Sachlichkeit an, die mit der Nazi-Diktatur ein abruptes Ende fand. Hülsmanns Experimentierlust zeigt eine Folge kleinformatiger Lanzarote-Landschaften in Mischtechnik, in denen sich das Schrundige und Verkrustete des Vulkanbodens im Sandgemisch des Farbauftrags spiegelt. Hülsmann spricht bezeichnenderweise nicht von einer Serie, vielmehr - als wäre es Musik - von Variationen über ein Thema. Zu den stärksten Arbeiten zählen die Masken-Holzschnitte und Blätter, die sich aufs Zeichenhafte konzentrieren. Hier bedient sich Hülsmann nicht nur dezent der Farbe, hier hat er in der Betonung des Elementaren längst die Grenze zur Abstraktion überschritten.

 

 

Die Ausstellung „Paul Hülsmann – Holzschnitte“ im Kutscherhaus Recklinghausen, Willy-Brandt-Park 5, wird am Samstag, 18 Uhr, eröffnet. Zu sehen ist sie bis zum 11. März do. und fr. von 15 bis 18 Uhr und an Wochenenden von 13 bis 17 Uhr.

 

 

 
Erschienen:
09.02.2012: RZ / 34 / Seite:5

RECKLINGHAUSEN. Am Samstag, 11. Februar, eröffnet die Kunsthalle im Kutscherhaus im Willy-Brandt-Park eine Sonderausstellung des Vestischen Künstlerbundes. Zu sehen ist eine Werkschau von Paul Hülsmann.

Paul Hülsmann gehört zu den festen Größen der regionalen Kunstszene. Er hat ein künstlerisches Lebenswerk aufzuweisen, das in den 1950er-Jahren beginnt und bis heute fortdauert. Und Paul Hülsmann ist mit einer Generation von Künstlern verbunden, die den künstlerisch-ästhetischen, wie auch politisch-gesellschaftlichen Neuanfang und Aufbruch nach dem Zweiten Weltkrieg noch unmittelbar erfahren und gestaltet haben.

Paul Hülsmann hatte im Recklinghausen der 1950er- und 1960er-Jahre viele Gelegenheiten, diese Entwicklungen zu verfolgen. Nicht zuletzt waren es die prägenden Ausstellungen in der Kunsthalle Recklinghausen, die Künstler wie auch ein bildungshungriges Publikum mit den internationalen Kunstentwicklungen bekannt machten. Aber Paul Hülsmann gehörte nicht zu denen, die bei jeder neuen Stilentwicklung die eigene Haltung preisgaben. Vielmehr hat er mit großer Konsequenz seinen Stil beibehalten und entwickelt: der starke Kontrast im Schwarz-Weiß, der Umgang mit dem Papier und die grafischen Techniken. Dabei bleibt er – so wie es seine Art ist – bescheiden im Format, aber anspruchsvoll in der künstlerischen Umsetzung.

 

 

 
Erschienen:
03.01.2012: RZ / 2 / Seite:5

In Bewegung

 

RECKLINGHAUSEN. (tib) Zwölf neue Mitglieder hat der Vestische Künstlerbund im letzten halben Jahr aufgenommen. „Es ist viel in Bewegung“, sagt die Vorsitzende Gudrun Kattke. Während der Nachwuchs und die neuen Medien im Mittelpunkt der Frühjahrsschau 2013 stehen sollen, ist die nächste Sonderausstellung dem Senior der Künstlergruppe gewidmet: dem 88-jährigen Paul Hülsmann.

Ein Querschnitt des Schaffens des Recklinghäusers, der bis 1980 als Kunsterzieher am Marie-Curie-Gymnasium tätig war und seit 1954 auch der Freien Künstlergemeinschaft „Schanze“ in Münster angehört, findet vom 11. Februar bis 11. März im Kutscherhaus statt. Ein Katalog sowie die Edition eines Original-Holzschnitts sind in Vorbereitung. Paul Hülsmann habe sein beachtliches Lebenswerk in stiller, bescheidener Zurückhaltung vorangetrieben, verspricht Gerhard Reinert eine spannende Ausstellung.

In Bewegung ist aber auch das Vorstandsteam. Mit Verweis auf seine enorme Arbeitsbelastung durch verschiedene Tätigkeiten tritt Jochem Ahmann als Vize-Vorsitzender des Vestischen Künstlerbundes zurück. Er kuratiert bis 2013 die große Gruppenausstellung „Wortgewand – Sprache in der Kunst“, koordiniert die Ausstellung „Call for Papers – RheinSchiene + WarenStrom, Zukunftswerkstatt Kulturlandschaft“ für den Deutschen Werkbund, arbeitet an der alten Verbindung „Deutscher Werkbund – Istanbul/Türkei“, schreibt ein neues Buch…. „Die Teamarbeit im Vorstand funktioniert und lässt mich beruhigt Abschied nehmen“, so der 54-jährige Ahmann. Sein Posten soll vorerst nicht neu besetzt werden.